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EstateGuru und Exporo: Immobilien-P2P im Test 2026

Veröffentlicht am 01.07.2026 · von Kevin Thompson · Redaktion P2P Rating

Wer über P2P nicht in Konsumkredite, sondern in Immobilien investieren will, landet schnell bei EstateGuru und Exporo. Beide vermitteln besicherte Darlehen an Bauträger und Projektentwickler. Das klingt solider als Konsumkredite, hat in den letzten Jahren aber auch gezeigt, wo die Fallstricke liegen. Ein nüchterner Test.

Wie Immobilien-P2P funktioniert

Sie finanzieren gemeinsam mit anderen Anlegern ein Immobilienprojekt: einen Neubau, eine Sanierung oder eine Zwischenfinanzierung. Als Sicherheit dient eine Hypothek auf das Objekt, meist im ersten oder zweiten Rang. Zahlt der Entwickler nicht, kann die Plattform die Immobilie verwerten. Die Zinsen liegen höher als bei Bankkrediten, weil das Kapital nachrangiger und die Projekte riskanter sind.

EstateGuru

EstateGuru aus Estland ist die größte reine Immobilien-P2P-Plattform Europas mit Projekten im Baltikum und Zentraleuropa. Die beworbenen 9 bis 10 Prozent Zins sind attraktiv, doch der Langzeit-Test der Community ist gemischt: In den Jahren nach 2022 stieg die Zahl verspäteter und ausgefallener Kredite deutlich, die Verwertung von Sicherheiten dauerte oft länger als gehofft. EstateGuru hat daraufhin sein Risikomanagement verschärft und die Kreditvergabe gestrafft.

Merkmal EstateGuru Exporo
Fokus Baltikum, Entwickler Deutschland, Bestand & Projekte
Zielrendite 9-10 % 3-6 %
Mindestanlage 50 € 500 €
Sicherheit Hypothek je nach Produkt
Zweitmarkt ja teilweise (Handelsplatz)

Exporo

Exporo ist der deutsche Marktführer im Immobilien-Crowdinvesting. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren stärker auf Bestandsimmobilien und institutionelle Produkte verlagert. Der Login führt heute zu einem breiteren Angebot als früher, inklusive eines Handelsplatzes für den Zweitmarkt. Die Renditen sind niedriger als bei EstateGuru, dafür ist der Fokus auf den deutschen Markt und die höhere Mindestanlage von 500 Euro spürbar.

Die Lehren aus den Ausfällen

Immobilien-P2P ist kein Selbstläufer. Drei Regeln haben sich bewährt:

  • Breit streuen: nie das ganze Kapital in ein Projekt, sondern auf viele kleine Beträge über Dutzende Projekte.
  • Rang beachten: Erstrangige Hypotheken sind sicherer als nachrangige Darlehen mit höherem Zins.
  • Geduld einplanen: Verzögerungen sind normal. Wer das Geld kurzfristig braucht, ist hier falsch.

Einordnung im Rating

EstateGuru erreicht in unserem Plattform-Vergleich 6,8 Punkte, weil die Ausfälle das Rating drücken, das Modell aber grundsolide bleibt. Als Ergänzung zu Konsumkrediten von Mintos oder PeerBerry bringt Immobilien-P2P eine zweite, unabhängige Ertragsquelle ins Portfolio.

Häufige Fragen

Was ist EstateGuru? Eine estnische Plattform für besicherte Immobilienkredite, über die Privatanleger schon ab 50 Euro in Bauträger- und Bestandsprojekte investieren.

Wie hoch ist die Inaktivitätsgebühr bei EstateGuru? Für ruhende Konten ohne Aktivität kann eine monatliche Gebühr anfallen. Wer regelmäßig investiert oder das Konto vollständig auszahlt, vermeidet sie.

Fazit

Immobilien-P2P über EstateGuru und Exporo bringt Substanz ins Portfolio, verlangt aber Streuung und Geduld. Die Ausfälle der letzten Jahre waren eine harte Lektion in Sachen Risiko. Wer diese Regeln beherzigt, nutzt Immobilienkredite als sinnvolle Ergänzung zu den übrigen Anbietern in unseren Ratings.